Hindernisse im Alltag

Welches Hindernis eine einfache Treppe, ein paar Stufen oder auch ein steiler Anstieg bedeuten kann, bemerken junge Menschen eigentlich nur, wenn sie aufgrund einer Verletzung oder einer dauerhaften Erkrankung behindert sind. So geschehen kürzlich in einer Schule in Trier. Das Gymnasium soll umgebaut werden, jedoch wird über die Art der Erfüllung der Barrierefreiheit zwischen den Bauherren noch heftig diskutiert.

Günstig und gut möglich?

Zwischen Haupt- und Nebengebäude der Schule befindet sich ein eklatanter Höhenunterschied, da das Gymnasium am Hang gebaut wurde. Für Schüler im Rollstuhl ist es nur mit tatkräftiger Unterstützung und mit dem Muskelschmalz ihrer Mitschüler möglich, diese Strecke zu überwinden. Und auch dann bedeutet es ein hartes Stück Arbeit, von Unabhängigkeit der Behinderten kann also keine Rede sein. Dabei versteht man unter Barrierefreiheit die Möglichkeit der freien und eigenständigen Fortbewegung eines jeden Menschen, auch derer, die auf technische Hilfsmittel der Mobilität angewiesen sind. Diese Bedingung war in der Trierer Schule bislang nicht erfüllt und weil sie jetzt sowieso renoviert werden muss, soll nun auch dieses Problem in Angriff genommen werden. Doch das Ganze droht derzeit an zu hohen Kosten zu scheitern, dabei ist vielleicht nur der Ansatz falsch.

Brücke oder Aufzug

Die Idee der Verantwortlichen war ursprünglich eine Brücke. Diese soll ähnlich einer Fußgängerbrücke gebaut werden, so wie man sie in innerstädtischen Bereichen sieht, wenn es eine stark befahrenen Straße zu überqueren gilt. An der Trierer Schule ist der Höhenunterschied mit knappen acht Metern so hoch, dass eine solche Brücke vom Dachgeschoss des einen in das Erdgeschoss des benachbarten Gebäudes führen könnte. Innerhalb der Gebäude sollten dann Aufzüge weiter helfen. Nachteil dieser Methode sind die extrem hohen Kosten, die beim Bau einer Brücke – so wie sie den Verantwortlichen vorschwebt- anfallen würden. Denn das Konstrukt ist aufwändig, die Umsetzungen und das Material ausgesprochen kostspielig. Fast eine Viertelmillion Euro würde das Projekt erfordern, zu viel für ein ausgeschöpftes städtisches Budget. Einer der Bauverantwortlichen hatte einen anderen Vorschlag gemacht: Die Steigung könnte mit einer Treppe oder einem Aufzug nach Vorbild von einem Lifta Treppenaufzug überwunden werden. Das würde weniger Baukosten verschlingen und wäre eine komfortable und bedarfsgerechte Lösung. Die behinderten und nicht behinderten Schüler könnten auch auf diese Weise gemeinsam den Weg von einem Gebäude zum anderen zurücklegen, wenn der Treppenaufzug am Rande der Treppe verläuft. Bei einer Brücke bestünde zusätzlich noch die Gefahr, dass sie zum exklusiven Weg für die Schüler mit Handicap würde, was im Rahmen einer Integration alles andere als förderlich ist. Der Beschluss steht noch aus, zumindest scheint aber die Lösung bereits auf der Hand zu liegen.

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