Noni

Der Ursprung
Die Noni- Pflanze hat ihren Ursprung vermutlich im australischen Queensland und heißt mit wissenschaftlichem Namen „Morinda citrifolia“. Von ihrem Ursprungsland aus brachten sie polynesische Seeleute vor mehr als 2000 Jahren mit nach Hawaii und in viele andere Teile der Welt.
Die Wiederentdeckung dieser unscheinbaren Pflanze mit ihren unzähligen mystischen Heilungsgeschichten hat seit 1995 in den USA einen beispiellosen Boom ausgelöst. Dabei wird die Noni- Frucht auf dem Verbrauchermarkt hauptsächlich als Fruchtsaftgetränk angeboten, der wegen seines eigenwilligen Geschmacks mit anderen Fruchtsäften versetzt wird. Der eigentliche Geschmack der Noni- Frucht erinnert eher an alten Käse. Als Marktführer im Exportgeschäft gilt hier besonders die Firma Tahitian Noni International aus Provo im amerikanischen Bundesstaat Utah.

In Europa

Seit dem Jahre 2003 ist dieses Fruchtsaftgetränk nun auch im europäischen Raum zugelassen. Allerdings legt das Genehmigungsverfahren hierzu eindeutig fest, dass keinerlei Werbeaussagen gemacht werden dürfen, da der angebliche medizinische Effekt nicht nachweisbar ist. Es existiert also lediglich eine Zulassung für ein Lebensmittel ohne jegliche gesundheitsfördernde Wirkung, weshalb Heilanpreisungen der Hersteller- oder Vertreiberfirmen gesetzlich verboten sind. Das wäre sonst eindeutig eine arglistige Täuschung des Verbrauchers. Für Honig, Konfekt oder Noni- Tee gibt es auf dem europäischem Markt keinerlei Zulassung, was also bedeutet, dass Produkte die auf dem Markt auftauchen illegal eingeführt werden. Wenn Produkte aus Noni- Früchten ihre angebliche Wirkung zeigen würden, könnten sie vom Bundesinstitut für Arzneimittel als Medizinprodukt zugelassen werden und dann wäre es auch in Apotheken erhältlich. Das ist allerdings nicht der Fall – dennoch – die Preise im Reformhaus oder im Direktvertrieb erreicht ein derartiges Preisniveau.

Der Direktvertrieb
Im Vertrieb von Noni- Produkten agieren die Vertreter im Direktvertrieb mit kundenorientierter Beratung und stellen dem gutgläubigen und ahnungslosen Käufer eine breite Palette überzeugender Geschichten vor. Hier ist von der überzeugenden Wirkung gegen alle möglichen „Wehwehchen“ wie Herzprobleme oder Haarausfall bis hin zum sozialen Engagement des Vertriebspartners für die einheimischen Arbeiter aus dem Ursprungsland so ziemlich alles dabei.
Somit kommt man eindeutig zu der Überzeugung – Noni ist ein Wunder – doch Wunder haben mit der Realität eigentlich nicht mehr viel zu tun.
Speziell für den „zufriedenen“ Kunden gibt es nun auch noch einen medizinisch anmutenden Einnahmeplan und natürlich den dazu passenden Preis, der bei einer Menge von vier Litern unter Umständen eine Höhe von 210,- € erreichen kann.

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