Bodensee Toggenburg Bahn

Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT) war eine 1910 eröffnete Ostschweizer Eisenbahngesellschaft. Sie agierte eigenständig bis Dezember 2000. Zum 01. Januar 2001 fusionierte sie mit der Südostbahn zur Schweizer Südostbahn AG. Die Fahrstrecke verlief von Romanshorn nach Wattwil über St. Gallen. Und ab 1912 auch von Ebnat-Kappel nach Nesslau-Neu St. Johann. Die Strecke führte auf fast 60 Km durch 17 Tunnels, 16 Brücken und dem Sitterviadukt.

Idee
Reisen in der Ostschweiz in die Kantonhauptstadt St. Gallen war nur über Umwegen möglich. Inspiriert durch Schmalspurbahnen und der Appenzeller Bahn, durch dem Druck der Politik sollte eine bessere und eine Normalspur-Eisenbahn-Verbindung als Lösung gefunden werden.

Seit 1887 machte sich der Sanktgallische Rat Gedanken und debattierte über eine optimale, direkte Streckenführung nach St. Gallen. Mit einem Kredit begannen auch die Vorarbeiten.

1890 bekam St. Gallen-Zug die Konzession zum Betreiben einer Bahn.

Im Verlauf der nächsten 15 Jahren wurde die Streckenführung heftig debattiert, bis es zu Einigungen kam. Zwischenzeitlich wurden das Finanzielle geklärt und Eisenbahngesellschaften wurden zusammengelegt.

1902 wurde die Streckenführung St. Gallen nach Romanshorn und St. Gallen nach Wattwil, sowie Ebnat nach Nesselau verabschiedet und zu einer Konzession zusammengefasst. Das war der Start der Bodensee-Toggenburg-Bahn.

Bau
Ende Dezember 1905 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Es wurden Brücken gebaut, Tunnel gesprengt und mit Rückschlägen der Natur gekämpft. Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen verschob sich die Eröffnung um ein halbes Jahr.

Am 01. Oktober 1910 wurde die Strecke Romanshorn nach St. Gallen und St. Gallen nach Wattwil feierlich eröffnet. Zwei Tage später fuhr fahrplanmäßig der erste Zug. Damit wurde der Betrieb aufgenommen.

Ab 01. Mai 1917 fuhr die BT mit eigenen Zügen. Die Jahre zuvor hatten sie ein Abkommen mit der Schweizerischen Bundesbahn. Es hatte sich herausgestellt, mit eigenen Zügen und Personal ließen sich die Kosten senken. Das bestätigte sich dann auch.

1926 wurden die Betriebskosten noch weiter gesenkt. Zwei Benzintriebwagen wurden in Betrieb genommen.

Elektrifizierung
Bereits 1920 beschloss die BT ihre Strecken St. Gallen-Wattwil-Nesslau zu elektrifizieren. Aber kurz darauf verwarfen sie den Gedanken wieder, der Kohlepreis rutschte in den Keller und alles war wieder in Ordnung. Aber es ereignete sich Unfälle in den Tunnel mit Kohlenmonoxidvergiftungen beim Zugpersonal. Es gab auch Druck von anderen Eisenbahngesellschaften, die Teile ihrer Strecken elektrifiziert hatten und dort keine Züge mit Dampfloks mehr durchließen.

1930 beschloss die BT, ihre Strecken vollständig zu elektrifizieren. Bund und Kantone stellten die Gelder zur Verfügung. Am 04. Oktober 1931 fuhr der erste E-Zug von St. Gallen nach Nesselau. Am 24. Januar 1932 folgte der erste E-Zug von St. Gallen nach Romanshorn.

Zusammenarbeit
Ab 1939 arbeitet BT mit der Südostbahn zusammen. Daraus ergaben sich neue Ideen und Möglichkeiten, die auch gemeinsam umgesetst wurden, zum Beispiel 1940 die Strecke von St. Gallen nach Arth-Goldau. Ab 1945 fuhren sogar sonntags Züge auf dieser Strecke und ab 1947 täglich durchgehend bis Luzern.

Der Weg war geebnet – Direkte Linie von Nordostschweiz nach Zentralschweiz.

1955 machten sich beide Eisenbahngesellschaften Gedanken über eine noch engere Zusammenarbeit – Zusammenlegung von Werkstätten und Zugförderungsdienst. Zu dem Zeitpunkt gab es eine negative Einigung.

Aber in den 1990er Jahren wurden die Köpfe wieder zusammengesteckt und gemeinsam überlegt. Es spielte auch anderen bahnpolitische Umstände eine Rolle. Die Fusion wurde beschlossen.

Seit dem 01. Januar 2001 gibt es nur noch die Schweizerische Südbahn AG – ein Zusammenschluss aus Bodensee-Toggenburg-Bahn und Südostbahn.

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